Future-Talk: Mit Wertschätzung den Wandel meistern
Ein Beitrag aus dem Startinghouse-Archiv

Future-Talk: Mit Wertschätzung den Wandel meistern

13 Jun 2014

Am 3.Juni fand im Starting House ein Future Talk zum Thema „Mit Wertschätzung den Wandel meistern“ statt, wo sich Vetreter unterschiedlicher Branchen und H&M Kollegen austauschten. Über die Eindrücke berichtet im folgenden Jessica Rehag und im Anschluss folgt ein Nachbericht von Heartleaders zum Event.

Eindrücke von Jessica Rehag, Store Managerin bei H&M.

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Jessica Rehag: „Voller Vorfreude, aber ohne genau zu wissen was mich erwarten wird, ging ich auf Einladung meiner HR- Managerin, Jessica Calaminus zum Treffen der „heartleaders“  im Starting House. Der Name der Organisation klang schon sehr vielversprechend und so war es dann auch. Das Eis zwischen der Vielzahl an Führungskräften aus den unterschiedlichsten Dienstleistungsunternehmen war schnell gebrochen. Es fand ein reger Austausch über Erfahrungen, die verschiedensten Herangehensweisen und die unterschiedlichen Auffassungen von Wertschätzung statt.Der Begriff Wertschätzung und die positiven Erlebnisse, die daraus resultieren, waren für die meisten Teilnehmer nichts Neues. Die Herausforderung im Alltag besteht wohl eher darin, sich für seinen Kollegen Zeit zu nehmen und Wertschätzung individuell zu gestalten und nicht „per Gießkannenprinzip“  zu verteilen. Es sind oft nur Kleinigkeiten, die sich unsere Kollegen von uns Führungskräften wünschen, aber diese müssen wir fühlen und erkennen.

Es war ein inspirierender Abend, der mir auch gezeigt hat, welche Entwicklung unser Unternehmen in den letzten Jahren gemacht hat und wo die Reise noch hingehen wird. Ich freu mich darauf!“

Nachbericht von heartleaders:

„Wertschätzung ist keine Aufgabe, sondern eine Haltung“

Vertreter/innen unterschiedlichster Branchen diskutierten beim FutureTalk Berlin über Unternehmenskulturen

„Mit Wertschätzung den Wandel meistern“: So lautete das Motto, unter dem die heartleaders, das Business-Netzwerk für Menschen mit Haltung, gemeinsam mit H&M Anfang Juni zum ersten FutureTalk Berlin eingeladen hatten. 30 Unternehmer/innen, Führungskräfte und HR-Manager/innen aus Berlin diskutierten, wie sich Kulturwandel unter dem Leitmotiv „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ gestalten lässt. Veranstaltungsort war das Starting House – ein Ort, den H&M eingerichtet hat, um zur „lernenden Organisation“ zu werden. Im Starting House entstehen Ideen; Mitarbeiter und Gäste treffen auf offene Türen und Ansprechpartner, dort finden Vorträge und Workshops statt, um sich gemeinsam weiterzuentwickeln.

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Demografischer Wandel, Fachkräfteengpass, Generation Y: Viele Unternehmen verdrängen diese Herausforderungen noch. Bald jedoch werden Firmen untereinander um Mitarbeiter konkurrieren. Dass dabei der Wertschätzung und dem Umgang mit den Mitarbeitern eine zentrale Rolle zukommt, darin waren sich die Gäste rasch einig. Sie kamen aus so unterschiedlichen Branchen wie Sicherheit, Finanzen, Marketing, Immobilien, Gesundheit und Pflege, getrieben von dem Wunsch, eine menschenorientierte Unternehmenskultur bei sich und in der Gesellschaft stärker voranzubringen.

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„Wertschätzung ist keine Aufgabe, sondern eine Haltung. Jede Führungskraft sollte sie besitzen“, sagte Alexandra Grahé von H&M, Human Resources.  Zuhören spiele bei der Personalstrategie des Unternehmens eine wichtige Rolle: „Ich gehe individuell auf jeden Menschen ein. Ich schenke ihm Vertrauen und lasse los.“ Magnus von Stackelberg, Head Human Resources der Salutas Pharma GmbH, ergänzte: „In den Unternehmen wird immer mehr zentralisiert und standardisiert. Authentisches und wertschätzendes Verhalten kann aber nicht durch Regulierung oder angeordnete Einstellung kommen, sondern nur individuell vom Einzelnen von innen heraus. Daher müssen wir bei uns selbst beginnen, um einen Wandel herbeizuführen.“

Wertschätzung hat viele Facetten

Intensiv diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Vielschichtigkeit und Komplexität des Begriffs „Wertschätzung“. So beinhalte Wertschätzung auch „Dankbarkeit, Großzügigkeit, Achtsamkeit, Demut und Toleranz“. Sie bedürfe der Kommunikation und würde von Menschen unterschiedlich empfunden und bewertet. „Wertschätzung drückt sich auch nonverbal aus – durch Mimik, Gestik und Körperhaltung“, merkte Britta Balogh an, Systemischer Coach und Event-Managerin.

Kommentare aus der Diskussionsrunde zeigten schnell: Wie Wertschätzung im Unternehmen umgesetzt wird, hängt von der jeweiligen „Unternehmens-DNA“ sowie von den Mitarbeitern ab und ist damit höchst individuell: Während H&M klassische Kontrolle vermeidet, auf flache Hierarchien und auf Vertrauen setzt, sind zum Beispiel für Polizei und Flugsicherung in bestimmten Bereichen Hierarchie und Kontrolle ein Muss.

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Jessica Calaminus, H&M, HR Department, berichtete, dass es dem Bekleidungsanbieter ein zentrales Anliegen sei, Wertschätzung mit der Führungskultur zu verbinden. Christiane Brückner, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Vitanas Gruppe, richtete den Blick auf  das Thema Teamführung: „Das A & O ist der Umgang untereinander. Mitarbeiter müssen unterschiedlich und individuell geführt werden“, erläuterte sie das Unternehmensleitbild eines der größten privaten Pflegeheimbetreibers in Deutschland.

Führungskräfte brauchen Begleitung

Als wichtiges Instrument der Personalentwicklung sahen die Firmen übereinstimmend das externe Coaching – zum Beispiel für die persönliche Weiterentwicklung von Führungspersonen oder um die Zusammenführung verschiedener Firmenkulturen zu begleiten. „Die Coaching-Budgets werden schnell gestrichen, weil das Unternehmen investieren muss, Erfolge aber schwer messbar sind. Das kann fatale Folgen haben“, war aus der Runde zu hören.

Chef oder Chefin zu sein sei heute für viele Menschen nicht mehr „das große Ziel“. Mit einem Augenzwinkern sagte ein Teilnehmer: „Die neue Generation fragt: Haben Sie eine interessante Aufgabe für mich, bekomme ich ein schönes Büro und kann ich morgen ein Sabbatical beginnen.“ Auch über die „Unfehlbarkeit“ von Führungspersonen wurde diskutiert. „Als Chefin muss ich nicht alles können und wissen, ich habe ja ein starkes Team“, merkte Jessica Rehag von H&M an.

Zum Ausklang des Abends appellierte Armin Lipp von Corporate Happiness an die Runde, Neuem eine Chance zu geben und etwas auszuprobieren. Oft würden bereits kleine Gesten der Wertschätzung große Erfolge zeigen. „Man kann lange hin und her überlegen, ob eine Sache gut oder schlecht ist. Haben Sie den Mut zum Experiment“, motivierte Lipp die Gäste.

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Nach gelungenem Auftakt folgen weitere Veranstaltungen

Das H&M-Team als Mit-Initiatoren sowie das heartleaders-Team um Initiatorin und Moderatorin Dr. Karin Uphoff zeigten sich sehr zufrieden mit dem Berlin-Auftakt: „Die Stimmung war großartig und der Austausch intensiv. Jetzt heißt es: Weiter so, Berlin!“, resümierte heartleaders-Botschafter Christoph Raatz. Deshalb werden die heartleaders in der Hauptstadt Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten folgen lassen: größere Runden wie den FutureTalk sowie kleine, exklusive Zirkel mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen, individuelle Projekte mit Unternehmen und „bunte“ Events. Ziel sei es, immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass ein wertschätzender Umgang miteinander Menschen und Unternehmen stärkt. „Denn Menschen, die wertgeschätzt werden, sind motiviert und begeistert bei der Arbeit. Sie entwickeln bessere Lösungen, haben mehr Ausstrahlung und ziehen attraktivere Kunden und Geschäftspartner an. Es ist also ein persönlich UND ökonomisch relevantes Thema. Deshalb setzt sich das  Business-Netzwerk der heartleaders für mehr Wertschätzung ein“, so Initiatorin und EU-Unternehmensbotschafterin Dr. Karin Uphoff.

Haben Sie Fragen zu diesem Beitrag? Bitte wenden Sie sich an:

heartleaders – das Business-Netzwerk für Menschen mit Haltung

Tel.   0 64 21 – 40 79 5-77 (Zentrale)
post@heartleaders.de

Maria

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