Mein Praktikum im H&M Showroom

Mein Praktikum im H&M Showroom

Interview mit der Schülerpraktikantin Sina

Alle reden freundlich miteinander, sind total entspannt, arbeiten mit Leidenschaft, lieben ihre Arbeit, haben Spaß, es gibt leckeres zum Naschen, alle scheinen zufrieden, auch wenn es stressig ist, sind alle doch irgendwie im Grunde entspannt weil sie wissen dass sie es zusammen schaffen werden. So sehe ich H&M jetzt und ich bin riesig froh dass ich es so kennengelernt habe.

Wer bist du?

Ich bin Sina, 13 Jahre alt und besuche die 9.Klasse des Gymnasiums. Ich bin frech, fröhlich, denke viel nach und rede viel. Ich mag Tiere, Sport, Essen, Mode, Malen, Singen, Tanzen und Freiheit. Und ich liebe Lesen über alles. Ich mag schlichte Klamotten sehr gerne. Ich kombiniere sie dann so, dass sie individuell und ein bisschen auffallend sind. Ich trage hauptsächlich dunkle Klamotten, ab und zu aber auch mal ein helles Shirt oder eine helle Hose.

Was ist der H&M Showroom?

Der Showroom in Berlin ist eine Wohnung in der Männer- und Frauenmode in zwei Räumen ausgestellt wird und gehört mit zu H&M’s Presseabteilung. Dort kommen zum Beispiel Schauspieler, Prominente oder bekannte Personen vorbei, um sich ein oder zwei Outfits für eine oder mehrere Partys auszusuchen. Dieses „Aussuchen“ nennt man Ausstatten. Wenn diese Prominenten dann H&M auf einem roten Teppich oder einer Party tragen, ist das automatisch Werbung für H&M. Die Künstler haben ein schönes Outfit umsonst bekommen und H&M hat ein bisschen Werbung umsonst bekommen. Ein sogenannter Win-Win-Deal.

Wie bist du an das Praktikum geraten?

Ich wollte eigentlich schon immer einen Job in der Modebranche haben. Und als in meiner Schule dann das Thema „Praktikum“ aufkam, war mir klar, dass ich am liebsten etwas mit Mode machen würde. Als ich das dann meinen Eltern erzählt habe, meinte mein Vater dass es für ihn eine Möglichkeit gebe mir vielleicht ein Praktikumsplatz bei H&M zu besorgen. Ich habe ihn gleich gebeten es zu versuchen und am Ende hat es dann geklappt!

Wie lange lief dein Praktikum im H&M Showroom?

Ich habe zwei Wochen lang (ohne Wochenenden) im Februar 2017 mein Praktikum gemacht.

Wie sieht der Alltag im Showroom aus?

Wenn ich morgens um 11 Uhr ankomme, ist es meistens noch ruhig. Ab 12 Uhr kommen dann meistens Prominente zur Ausstattung. An manchen Tagen waren schon Prominente um 10 Uhr da oder sie kommen zeitgleich mit mir. Normalerweise fange ich dann erst mal an die gelieferten Pakete mit der neuen Ware und den neuen Samples auszupacken, aufzuhängen und im Lager einzusortieren. Es kommt darauf an wie viele Pakete kommen, wie viele Teile es sind und ob gerade eine Ausstattung stattfindet, oder nicht. Wenn ich mit dem einsortieren fertig bin, darf ich neue Sachen aussuchen und hübsch für die anstehenden Ausstattungen herrichten. Es kommt immer darauf an wer als nächstes kommt, welche Größe sie tragen, was sie gerne tragen und allgemein wie sie so sind. Diese Informationen bekomme ich immer von meinen Chefs, Christoph, Undine oder Stefan. Sie geben mir Tipps was für Kleidung am besten für diese Person ist und ich suche es dann heraus. Wenn ich fertig bin kommt nochmal ein Mitarbeiter und sieht es sich an. Da ich noch nicht so erfahren bin, finden sie eigentlich immer noch etwas was man noch besser machen kann. Sie weisen mich sehr freundlich darauf hin und bringen mir bei, was ich noch verbessern kann. Wenn wir alles zusammen haben und die Kleidungsstücke in der richtigen Position hängen, „bügel“ ich sie um. Das heißt, ich hole die schwereren, hübscheren weißen Bügel und hänge alles darauf auf. Dann gucken wir nochmal alles nach Falten durch. Falls ein Teil ein paar Fältchen hat oder nicht so glatt ist wie man es sich wünscht, „steame“ ich es nochmal. Da glätte ich den Stoff mit Wasserdampf. Wenn es schön glatt ist, hänge ich es zurück und wir inspizieren nochmal alles, da man oft etwas übersieht. Wenn alles perfekt ist, räume ich die Sachen die nicht reingepasst haben oder die wir nicht verwendet haben, wieder ins Lager zurück. Danach haben meistens alle Hunger und gehen sich etwas zu Essen holen. Dann essen wir alle zusammen in der Küche Mittagessen. Es ist eine kurze aber sehr nette und unterhaltsame Pause. Kurz darauf kommt meistens der zu ausstattende Besucher. Wenn bei der Ausstattung ein Kleidungsstück zu groß ist oder der Besuch sich noch etwas anderes wünscht, sehe ich im Lager nach ob wir es haben und bringe es dem Besucher. Wenn dieser sich etwas ausgesucht hat, verpacken wir es in einen Kleidersack und schreiben auf was der oder die Prominente mitgenommen hat.

Wenn die Person sich verabschiedet hat und gegangen ist, räume ich die unordentlichen Sachen wieder ordentlich weg und bringe die überflüssigen Bügel und nicht passenden Kleidungsstücke ins Lager zurück. Dann bereite ich alles für den nächsten Besuch vor.

Wenn ich alles erledigt habe, dass heißt alles vorbereitet, die Ware einsortiert und noch ein paar andere Aufgaben erledigt habe, verabschiede ich mich und gehe um 17 Uhr nach Hause.

Welche Aufgaben hast du dabei übernommen?

Wie gesagt, ich darf Kleidung für die Ausstattungen heraussuchen, Kleidung steamen, neue Ware ins System eintragen, Zeitungen nach Beiträgen über H&M durchblättern, sie dann einsortieren, bei Ausstattungen helfen, Kleidung „umbügeln“, war bei einem Fotoshooting dabei und habe bei einem Event assistiert (Iconist x H&M), das extern im BRLO Berlin stattgefunden hat.

Was hat dir besonders Spaß gemacht?

Mit dem Team zusammen zu arbeiten. Das macht am meisten Spaß.

Welche Kenntnisse/Erfahrungen/Fähigkeiten nimmst du aus dem Praktikum für deine Zukunft mit?

Ich weiß jetzt wie man Bügel richtig rum aufhängt, Kleidung ins System einträgt, Kleidung steamt, eine Ausstattung vorbereitet, allgemein sehr viel über Ausstattungen, wie man Kleidungsstücke und Muster kombiniert, wie man Events planen sollte, wie man die richtige Kleidung heraussucht, wie man sie richtig aufhängt, so dass alles hübsch und richtig aussieht, wie viel Spaß man haben kann, egal was man tut und wie wichtig Teamarbeit ist.

Ich weiß jetzt viel mehr über meine Traumbranche und werde das Wissen das ich jetzt habe auf jeden Fall behalten.

Wie hat dir H&M als Unternehmen gefallen?

Ich glaube niemand vermutet so viel hinter diesem Namen. Alle denken immer sofort an den Laden, hinter der Theke stehen und an die Geschäfte. Ich hätte nie gedacht dass es so viel hinter den Kulissen gibt. Die verschiedenen Jobs, Gebiete, Abteilungen, Positionen, es gibt so viel mehr als irgendjemand denkt. Als Christoph, mein Chef, mir am ersten Tag eine kurze Zusammenfassung von den Positionen nur in Berlin erzählt hat bin ich fast umgekippt. Das Einzige was ich noch weiß ist das der Showroom Teil der Presseabteilung ist. Den Rest konnte ich mir wirklich nicht merken, dass war viel zu viel.

Ich mochte H&M eigentlich schon immer. Und hinter den Kulissen mag ich es noch viel mehr als im Laden. Immer wenn ich jetzt Shoppen gehe, werde ich jedes mal wenn ich im H&M stehe an mein Praktikum zurück denken und lächeln. Ich sehe das Unternehmen jetzt ganz anders als vorher. Es ist eine große Familie. So verhalten und leben auch alle. Die Atmosphäre im Showroom und im Starting-House hat mich so positiv überrascht. Alle reden freundlich miteinander, sind total entspannt, arbeiten mit Leidenschaft, lieben ihre Arbeit, haben Spaß, es gibt leckeres zum Naschen, alle scheinen zufrieden, auch wenn es stressig ist, sind alle doch irgendwie im Grunde entspannt, weil sie wissen dass sie es zusammen schaffen werden. So sehe ich H&M jetzt und ich bin riesig froh dass ich es so kennengelernt habe.

Was würdest du den Kollegen von H&M mitgeben?

Als erstes mal: Brownies. Nein, kleiner Spaß. Ich würde ihn sagen dass ich ihre Arbeit schön finde, ihre Ausstrahlung sehr mag und sehr gerne hierbleiben und mit ihnen zusammenarbeiten würde. Ich mag es hier sehr. Sie haben Spaß an dem was sie machen und freuen sich für einander und über alles was sie erreichen. So sollte man es machen. Und wenn ich die Chance hätte würde ich nochmal hierher kommen.

Danke, dass ich bei euch sein durfte.

Was möchtest du als nächstes machen/erreichen?

Also erstmal will ich natürlich die Schule beenden. Ich möchte sehr gerne Modedesign studieren, wie eine freundliche Dame vom Shooting im BRLO Berlin mir empfohlen hat. Sie hat mich wirklich inspiriert und ich bin froh, dass ich sie getroffen habe. Ich hatte schon immer den Traum mein eigenes Mode Business zu eröffnen. Wenn das wahr werden würde, würde ich mich wirklich unbeschreiblich freuen. Ich hoffe ich werde mich noch an alles erinnern was ich hier gelernt habe und werde es in meinem Leben anwenden.

Eigentlich habe ich nur einen Traum für die Zukunft und keinen richtigen Plan. Ich lasse einfach alles auf mich zukommen, halte aber ein meinem Traum fest. Mal sehen was passiert!IMG_0335

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Miriam

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