„Lass mal in die Welt denken“

„Lass mal in die Welt denken“

Ein Interview mit Jungautorin Elena Costa

Elena Costa, eine ehemalige 24You Teilnehmerin, hat das Buch „Lass mal in die Welt denken“ veröffentlicht. Wir haben mit ihr über ihr Buch, den Druck nach dem Abitur und die Generation Z geredet.

Doch erst einmal: Was ist 24You?

Das Orientierungsprogramm „24YOU“ von unserem Partner The DO School begleitet junge Schulabsolventen und Studenten dabei, ihre individuelle Brücke zwischen Schulabschluss und Berufsleben zu bauen. In Kooperation mit der DO School unterstützen wir junge Menschen dabei, ihre Talente zu entdecken, sich persönlich weiter zu entwickeln und ihren Platz beruflich und in der Gesellschaft zu finden. In der Interaktion zwischen den Teilnehmern und uns, sehen wir auch für uns eine großartige Chance, neue und wichtige Impulse im Unternehmen zu erleben und einzubinden.

Im Rahmen des 24wöchigen Programms durchlaufen die Teilnehmer zwischen 18 und 23 Jahren alle Abteilungen unseres Deutschlandbüros, unser Distributionscenter sowie einige unserer Regionalbüros und Filialen selbst. Dadurch erhalten Sie Einblicke in die vielfältigen Aufgaben und Positionen, die es in einem internationalen Modeunternehmen gibt.

Wer bist du?

Hi! Ich bin Elena, bin 19 und komme aus Ahrensburg. Ich bin eine Person, die sich immer Gedanken macht, Dinge hinterfragt und es liebt diese Gedanken künstlerisch festzuhalten.

Hast du viel Druck nach dem Abitur verspürt? Wie bist du damit umgegangen?

Ja, ich habe viel Druck nach dem Abi verspürt, mich so schnell wie möglich für was zu entscheiden. Mir ist dann irgendwann aufgefallen, dass ich mir den Druck größtenteils selber mache und mir das ziemlich viel Energie raubt. Seitdem versuche ich immer gelassener damit umzugehen und daran zu glauben, dass ich meinen Weg schon finden werde. Ich wollte eigentlich direkt nach der Schule anfangen zu studieren, aber dann bin ich auf 24YOU gekommen und musste da natürlich mitmachen! Dann hat sich immer mehr Fernweh in mir breit gemacht, deswegen werde ich noch mindestens ein Jahr reisen und arbeiten und vielleicht zum Wintersemester 2019 anfangen Psychologie zu studieren. Da bin ich mir zwar auch noch nicht ganz sicher, aber am Ende weiß man ja nie was wirklich auf einen zukommt, deswegen sollte ich es vielleicht einfach mal ausprobieren.

Wie bist du zu dem Programm 24You/DO School gekommen und wie ging es danach für dich weiter?

Ich saß eines Abends mit meiner Tante und ihrer Freundin, Sandra Schneider zusammen, die mir dann viel über ihren Beruf bei H&M erzählt hat und auch von 24YOU. Daraufhin habe ich mich sofort beworben und konnte mein Glück kaum fassen, als ich tatsächlich angenommen wurde.Es ging dann so weiter, dass ich die Sommerferien noch verreist bin und dann am 10. September mit meinem Koffer und ganz viel Vorfreude in Berlin angekommen bin.

Ich kann wirklich nur jedem, der nicht weiß welche Richtung er einschlagen möchte dieses Programm empfehlen. Es hat mich unglaublich gestärkt, aufgebaut und mir ganz viel Vertrauen und Mut gegeben.

Du selbst zählst dich zur Generation Z! Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Es gibt keine eindeutige Definition von Gen Z, aber man sagt, dass Menschen, die im Zeitraum zwischen 1990-2000 geboren sind dazu gehören. Ich habe vorher nie wirklich darüber nachgedacht, aber ich finde es ist ein schöner Gedanke, sich zu einer Generation zugehörig zu fühlen und sich klar zu machen, dass all die Menschen, die dazu gehören, mit ähnlichen Fortschritten aber auch Problemen aufwachsen und man in einem Boot sitzt. Ich glaube, dass ganz viel Gutes auf uns zukommen wird und appelliere an die Gen Z, sich zu engagieren, an Mitmenschen und Umwelt zu denken, aber eben auch an sich selbst und die Lebensweise zu finden, die am gesündesten und nachhaltigsten ist.  Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man sich der Verantwortung bewusst ist, die man für sich selbst trägt und dass man selbst die Entscheidungskraft über sein Leben hat. Ich denke wenn immer mehr, sich für Jobs entscheiden, die sie tatsächlich glücklich machen gibt es ganz viel Energie, Potential und Kreativität als Generation einen Unterschied zu machen.

Du hast ein Buch geschrieben, dass Gedichte, Slam-Texte und Zeichnung enthält! Wie kam es dazu? Hast du schon immer gerne geschrieben/gezeichnet?

Ja, ich habe beides schon immer gerne gemacht und wollte auch immer schon mal ein Buch veröffentlichen. Ich habe mich dann irgendwann Ende 2017 in Berlin dafür entschieden meinen Traum zu verfolgen, weil ich gemerkt habe, dass ich gerade ganz viel Energie habe, die ich dafür verwenden wollte und einfach gemerkt habe: Wenn, dann jetzt.

Um was geht es in deinem Buch?

Es geht um ganz viele, auch sehr unterschiedliche Themen. Übergreifend schwebt die Aufforderung zur Selbstreflexion mit, also wo stehst du mit dir selber? Was sind deine Talente, Träume, woher nimmst du deine Energie und wo geht dein Weg hin? Warum wagst du nicht Etwas Neues? Was hält dich ab?

Dein Buch behandelt grob die Thematik „Orientierungssuche“. Also, auf der Suche nach etwas sein, Selbstfindung, Neues wagen, beschäftigt dich das Thema schon lange?

Ja, das Thema beschäftigt mich schon lange. Ich denke es gibt einen Unterschied zwischen beschäftigen und belasten, von letzterem distanziere ich mich immer mehr, aber beschäftigen werden mich solche Themen immer.

Handelt es sich um autobiografische Texte?

Ja. Viele Dinge habe ich selbst erlebt oder gedacht, andere Freunde, oder Verwandte von mir. Ich habe mich dazu entschlossen solche persönlichen Gedanken von mir zu veröffentlichen, weil ich glaube, dass Kommunikation um Einiges einfacher wäre, wenn sich alle etwas mehr öffnen, sich mehr Zweifel oder Sorgen eingestehen und nicht den Druck verspüren sich immer perfekt zu zeigen, sondern Verletzlichkeit zuzulassen. Ich hoffe, dass meine Leser dazu angeregt werden sich über meine Worte Gedanken zu machen, sei es, dass sie sich mit meinen Worten identifizieren können, oder nicht, so oder so erfährt man dadurch doch auch ein bisschen mehr über sich selbst.

Bist du dem Ziel der Selbstfindung persönlich schon etwas näher gekommen?

Ich weiß gar nicht ob man sagen kann, dass es diesen Zustand überhaupt gibt. Es kann auch sein, dass man praktisch immer auf der Suche ist. Ich denke zum Beispiel nicht, dass man irgendwann alles über sich weiß, weil sich Dinge immer verändern werden und man selbst auch. Aber ich glaube sich selbst zu finden, hat viel damit zu tun, sich zu akzeptieren, zu lernen auf sich zu achten und auf den Körper oder sein Gefühl zu hören und sich die Kraft zu nehmen ein Leben zu schaffen, das mehr als nur lebenswert, sondern unbeschreiblich schön und bereichernd für einen ist. Und dem bin ich durch 24YOU und einige persönliche Entscheidungen, die ich getroffen habe sehr nah gekommen.

Dein Buch ist im Selbstverlag erschienen! Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass ich die Herausgeberin bin, alle Rechte an meinem Buch behalte und Alles, was man sich vorstellen kann selber mache. Ich habe Alles selbst geschrieben, gezeichnet, korrigiert, das Cover gestaltet, mich um die Veröffentlichung gekümmert, mache das Marketing, den Verkauf per Hand, oder Kollaborationen mit Buchhändlern. Wenn man mein Buch zum Beispiel über meine Mailadresse elenacosta.writings@gmail.de bestellt, verschicke ich es zu den gewünschten Adressen.

Das bedeutet also Arbeit, aber auch ganz viel Individualität, Freiheit und Spaß.

Hast du Tipps für junge Autoren oder Menschen, die es werden wollen?

Lasst euch nicht kleinreden und gebt nicht auf. Etwas Großes anzugehen bedeutet immer Arbeit, aber ich bin mir sicher, dass man ganz viel schaffen kann, wenn man nicht aufhört an sich zu glauben, auch wenn es manchmal schwer ist und weiter dafür arbeitet. Es wird sich lohnen und das Gefühl etwas Eigenes, nach so viel Arbeit und Investitionen in den Händen zu halten, ist unbeschreiblich.

Hast du Vorbilder, die dich zu deinem Buch inspiriert haben?

Zum Schreiben inspiriert hat mich zum Beispiel Julia Engelmann und meine Oma und beste Freundin haben mich immer darin unterstützt. Ich würde aber nicht sagen, dass ich ein Vorbild habe, denn am Ende möchte ich nicht so sein wie jemand anderes, sondern wie ich selbst.

Was würdest du jungen Menschen, den es ähnlich wie dir geht, mit auf den Weg geben?

Oh, so viel! Das habe ich ja versucht in meinem Buch zusammen zu fassen. Wenn ich mich noch kürzer fassen müsste, würde ich sagen: hört auf euch selber.

Alles, was ihr mal werden wollt, steckt schon in euch, ihr müsst euch nur dafür entscheiden. Und lasst euch nicht so sehr von anderen Meinungen beeinflussen, ihr selbst seid diejenigen, die am besten wissen, was sie möchten. Ihr seid diejenigen, denen es mit der Entscheidung gut gehen muss und, die das Recht haben über sich selbst zu entscheiden und euer Leben so zu gestalten, dass es euch glücklich macht und erfüllt.

Wie sieht deine Zukunft aus? Hast du vor noch weitere Bücher zu schreiben?

Ich habe oben ja schon von meinen nächsten Plänen erzählt. Momentan denke ich nicht, dass ein nächstes Buch dazu gehört, aber wer weiß, vielleicht packt mich das Schreibefieber doch wieder

Wir bedanken uns bei Elena für dieses großartige Interview. Wir wünschen Ihr auf ihrem weiteren Weg, ganz egal in welche Richtung er sie führt, alles erdenklich Gute.

Und an alle jungen Menschen da draußen, traut Euch, zeigt Euch! Let´s do it.

Maura

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