Bring it!

Bring it!

Kollegen besuchen I:Collect
03 Feb 2017

Wohin genau geht die Kleidung, die wir in unseren Filialen einsammeln? Die Antwort: erstmal in das Sortierwerk von unserem Partner I:co nach Wolfen. Wie es da aussieht und was dann mit der Kleidung passiert, konnten 10 Kolleginnen und Kollegen mit eigenen Augen nachvollziehen. Sie haben das Werk gemeinsam mit Yola aus der Nachhaltigkeitsabteilung besucht.

Im Werk wird die Kleidung in einem aufwändigen Prozess nach über 350 Kriterien per Hand sortiert. Grundsätzlich gilt: Ist die Kleidung noch tragbar, wird sie z.B. in Kategorien wie Sommer-/Winterkleidung, Vintage oder Zielgruppe eingeordnet und dann als Second Hand Ware verkauft.

Was war der erste Eindruck der Kollegen? „Mich hat überrascht, dass hier nicht nur Kleidung für H&M sortiert wird, sondern auch für andere Unternehmen, aber eben auch für gemeinnützige Sammler wie z.B. das Rote Kreuz. Auch die Menge der Kleidung und vor allem, wie schnell die Sortiererinnen und Sortierer arbeiten, sind erstaunlich“, erklärte Vincent aus Stuttgart. Barbara aus Frankfurt fügt hinzu: „Ich habe nicht gedacht, dass so viel Kleidung noch tragbar ist und Second Hand Second Hand verkauft wird. Aber es macht ja Sinn, ein T-Shirt so lange wie möglich zu nutzen, bevor es recycelt wird“.

Kleidung, die nicht mehr getragen werden kann, kommt in die Reißerei. Dort wird sie maschinell zerkleinert, sodass am Ende kleinste Fasern übrig bleiben. Je nachdem, aus welchem Material die Fasern sind, entstehen daraus neue Produkte, wie z.B. Malerflies oder Dämmmaterial. Recycelte Fasern aus 100% Baumwolle können – gemischt mit „frischer“ Baumwolle – zu neuem Garn versponnen werden, um daraus wieder Kleidung herzustellen. Sogar der Staub, der beim Zerreißen der Kleidung entsteht, wird verwendet – erstaunlicherweise in der Papierindustrie.

Reißerei

Georgi aus Berlin erklärte am Ende, dass ihr der Besuch in Wolfen sicher zukünftig hilft, Kunden darüber aufzuklären, warum es sinnvoll ist, Kleidung abzugeben und was damit passiert.

Die Dimensionen in Wolfen bleiben verblüffend, auch wenn man, wie Yola, das Werk bereits zum zweiten Mal besucht hat. Dani aus Zwickau brachte es auf den Punkt: „Wenn man die Masse von Kleidung sieht, die hier landet, fängt man an über das Konsumverhalten in unserer Gesellschaft nachzudenken.“

Das stimmt, wir haben zu viele Dinge auf der Welt. Und zu viel davon landet auf dem Müll. Der erste wichtige Schritt ist, dafür zu sorgen, dass Kleidung lange getragen wird um sie dann zu recyceln.

Lasst uns gemeinsam den Modekreislauf schließen. Bring it on!

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Gast-Autor
Yola

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