Die Top 5 des optimalen Feedbacks
Ein Beitrag aus dem Startinghouse-Archiv

Die Top 5 des optimalen Feedbacks

25 Feb 2015

Feedback ist der Schlüssel zur ständigen Verbesserung. Positive und konstruktive Kritik, also eine Anleitung dafür, wie etwas besser geht, gehört zu unserer täglichen Arbeit, ja, sogar zu unserem täglichen Leben. Jedoch ist das Wort „Kritik“ sehr oft negativ besetzt und kommt selten gut an, obwohl richtige Kritik motivierend sein kann und natürlich auch sein sollte. Aber kennst du jemanden, der sich über Kritik freut oder Kritik als etwas Gutes empfindet? Kritik ist eine Lernbotschaft, eine Hilfestellung für besseres Verhalten und produktivere Entscheidungen. Die Hauptursache für dieses negative Bild liegt oft in der Art, wie Kritik ausgeübt wird.

Foto_Thomas_Schlayer

Thomas Schlayer ist Rede-Denk-Experte und hat sich seit über 20 Jahren auf die Kombination von Gedanken und Sprache (innere und äußere Kommunikation) spezialisiert. Als Deutschlands erster Kleinigkeitencoach gibt er Seminare, hält Vorträge und ist Autor mehrerer Fachbücher und Bestseller.

Thomas Schlayer hat in Zusammenarbeit mit dem H&M Starting House die wichtigsten Botschaften seines Ratgebers „Optimale Kritik“ herausgestellt.

Wie sieht Kritik im Alltag üblicherweise aus?
Die Kritik beginnt mit einem Lob, wirft dann Fakten auf, bis zum Hinweis: „ändere etwas“, wie z. B.  „Du weißt, ich arbeite sehr gerne mit dir und du machst wirklich fast keine Fehler, allerdings bist du sehr langsam. Bitte bearbeite die Unterlagen doch etwas schneller, um mich auch mehr zu entlasten.“

Lob am Anfang einer Kritik ist in den meisten Fällen kontraproduktiv. Wir nehmen sofort eine Abwehrhaltung ein, wenn uns jemand sagt, dass wir etwas toll machen, denn wir warten regelrecht darauf, dass jetzt etwas Negatives folgen wird. Das alles passiert in unserem Kopf. In dieser Situation sind wir nicht offen für Verbesserungen.
Wie sollte optimale Kritik aufgebaut sein?
01 / Die Ich-Perspektive
Sprich darüber, was DU erlebst. Stelle dich und nicht dein Gegenüber in den Mittelpunkt. Der Vorteil: Die Sicht aus deinem Blickwinkel ist deine persönliche und gefühlte Wahrheit, die nicht widerlegt werden kann. Wenn du sagst: „Ich ärgere mich über…“ dann sprichst du über DEINE Gefühle. Die Botschaft „Du bist…“ dagegen ist angreifbar und es kann darüber diskutiert werden, ob etwas der Wahrheit entspricht.
02 / Benenne keine Tatsachen, sondern Gefühle
„Du sitzt mittlerweile jeden Abend vor dem Fernseher anstatt dich mit mir zu beschäftigen!“
Wieso ist dieses Beispiel keine konstruktive Kritik?
Die Kombination von „Du“ bzw. „Sie“ und einer Tatsache (in diesem Beispiel: „vorm Fernseher sitzen“) wird oft als vorwurfsvolle Behauptung interpretiert und damit nicht gern gehört. Spätestens jetzt gehen wir in eine Abwerhaltung und beziehen eine Gegenposition. Schnell geht es um die Frage: „Wer hat Recht?“ Doch bei optimaler Kritik geht es nicht darum Recht zu haben. Vielmehr soll sie deinem Gegenüber wertschätzend und motivierend zeigen, wie es besser gehen könnte, aus der Sicht deiner Erlebnisse.
03 / Keine pauschalen Änderungshinweise
In unserem Beispiel fehlt der entscheidende konstruktive Teil. Pauschale Aussagen wie „ändere das“, „sei bitte schneller“ oder „sei leidenschaftlicher“ sind nur der erste Schritt. Viel wichtiger ist die Frage: „Wie kannst du das in meinen Augen besser machen?“. Wichtig ist, dass optimale Kritik immer konstruktiv ist und dass sie eine ganz klare Anleitung gibt, wie es nach der Meinung des Kritisierenden besser geht. Im Mittelpunkt sollte immer der Nutzen für den Kritiknehmer stehen.
04 / Nutzen und Lob
Welche Vorteile wird der Kritisierte durch die ausgeübte Kritik haben? Was ist der motivierende Nutzen? Besonders konstruktiv kommunizierst du, wenn du konkrete Beispiele nennst. Je einfacher die gegebenen Tipps umsetzbar sind, desto eher werden sie aufgegriffen. Außerdem ist es jetzt Zeit für ein Lob, das am Ende der Kritik als Rückenwind dient. Im Gegensatz zum Lob am Anfang einer Kritik, wird es hier verstärkend eingesetzt und gerne gehört. „Mut machen“ ist das Stichwort. In unserem Beispiel ist dies nicht der Fall. Der Kritisierte bekommt keine Motivation etwas zu ändern, weil er selbst keinen offensichtlichen Nutzen daraus ziehen kann.
05 / Alternativen
Nachdem wir es alle lieben eine Wahl zu bekommen, kann sich dein Gegenüber sogar noch eine Lieblingslösung aussuchen. Das wird aus seiner Sicht der größere Nutzen sein und das wirkt sich motivierend auf die weitere Arbeit aus. In unserem Beispiel ist er auf sich alleine gestellt. Ändere etwas!
Wenn wir Kritik ausüben, sollten wir immer im Hinterkopf haben, dem Gegenüber helfen zu wollen, eine Situation oder sich selbst zu verbessern.

Wenn wir diese einfachen Tipps beherzigen, können wir erfolgreich konstruktive Kritik ausüben. Denn Kommunikation ist das, was beim anderen ankommt.

Robin

Teilen