Let´s close the loop

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TECHNOLOGISCHER DURCHBRUCH: ERFOLGREICHE METHODE FÜR DAS RECYCLING VON TEXTILIEN IN NEUE FASERN GEFUNDEN
04 Okt 2017

Die auf vier Jahre angelegte innovative Partnerschaft zwischen der H&M Foundation und dem Hongkong-Forschungsinstitut für Textilien und Bekleidung (HKRITA) hat eine wegweisende Lösung für die Wiederverwertung von Textilien in neue Stoffe und Garne – ohne jeglichen Qualitätsverlust – durch einen hydrothermischen (chemischen) Prozess gefunden. Die Technologie wird skaliert und der globalen Modebranche zur Verfügung gestellt. Die Entdeckung ist ein wichtiger Durchbruch auf dem Weg zu einem geschlossenen Textilkreislauf.

Zu lange war die Modebranche nicht in der Lage, ihre Produkte ordnungsgemäß zu recyceln, da es für die meisten der verwendeten  Materialien wie Baumwoll- und Polyester-Mischungen keine kommerziell tragfähige Trenn-, Sortier- und Recyclingtechnologie gibt. Die jetzt erlangte Erkenntnis hat das Potenzial, dies zu ändern. Wir freuen uns sehr, diese Technologie weiter zu entwickeln und aus dem Labor hinaus zu tragen, was dem globalen Umfeld, den Menschen und den Gemeinden zu Gute kommt

sagt Erik Bang, Innovation Lead bei der H&M Foundation.

Ziel des „Closed-Loop Apparel Recycling Eco-System“ Programm ist es, mindestens eine fertige Technologie zur Wiederverwertung von Kleidung aus Mischfasern innerhalb des vierjährigen Projektzeitraums zu finden. Bereits im ersten Jahr der Partnerschaft hat HKRITA zusammen mit der Ehime University und der Shinshu University in Japan erfolgreich ein hydrothermales (chemisches) Verfahren entwickelt, um Baumwoll- und Polyester-Mischungen vollständig zu trennen und zu recyceln. Das gewonnene Polyestermaterial kann direkt ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden. Das hydrothermale Verfahren nutzt nur Hitze, Wasser und weniger als 5% biologisch abbaubare Chemikalien, damit sich die Baumwoll- und Polyester-Mischungen von selbst trennen. Diese Faser-zu-Faser-Recycling-Methode ist kostengünstig und es gibt keine sekundäre Verschmutzung der Umwelt, sodass die Lebensdauer des recycelten Materials nachhaltig verlängert wird. Die Technologie wird weitgehend lizenziert, um einen breiten Marktzugang und maximale Nutzung zu gewährleisten.

Durch die Möglichkeit, gebrauchte Textilien in neue, hochwertige Textilien zu recyceln, müssen wir nicht mehr nur auf Rohstoffmaterialien zurückgreifen, um eine wachsende Weltbevölkerung einzukleiden. Dies ist ein grundlegender Durchbruch im Hinblick auf eine Modeindustrie, die innerhalb der Grenzen unseres Planeten tätig ist

Edwin Keh Chief Executive Officer von HKRITA.

Die H&M Foundation hat im September 2016 die Partnerschaft mit HKRITA initiiert. Diese wird durch schätzungsweise 5,8 Millionen Euro gefördert, wobei HKRITA die Forschung durchführt und die Ergebnisse vermarktet. Der Innovations- und Technologiefonds der Hongkong-SAR-Regierung bietet darüber hinaus zusätzliche substanzielle Mittel und Unterstützung. Die Gesamtprojektinvestition wird während der vierjährigen Zusammenarbeit (2016-2020) auf rund 30 Millionen Euro geschätzt und ist damit eine der größten und umfassendsten Bemühungen im Bereich Textil-Recycling.

Es ist das Engagement der H&M Kunden, die diese wichtige Forschung ermöglicht haben. Denn der finanzielle Zuschuss für dieses Projekt wird durch den jährlichen Überschuss aus der globalen Initiative „Kleidung sammeln bei H&M“ bestimmt, der an die H&M Foundation gespendet wird. Bisher hat die H&M Foundation für HKRITA 2,4 Millionen Euro gespendet.

Maura

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